Suche in der KI-Landkarte
Die Titelfolie ordnet Suchalgorithmen in zwei Familien: un-/blind (BFS, Uniform-Cost, DFS, Depth-Limited, Iterative Deepening, bidirektionale Suche) und informiert (Best-First und A*). Die Vorlesung knüpft an die vorherigen Agenten-Themen an: Agenten nehmen ihre Umgebung wahr, entscheiden und handeln; sie versuchen ein Leistungsmaß zu optimieren. [1][2]
Einstiegsbeispiel: Hotel → Strand mit ÖPNV
Die Folie stellt die Situation vor, in einer fremden Stadt ohne Smartphone, aber mit einer Karte, vom Hotel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Strand zu kommen. Die Leitfrage „Was machst du?“ motiviert Problemdefinition, Suchbaum, Suchstrategie, uninformed search, Heuristiken und informed search. [3]
Goal-based Agent: Folgen vorhersagen
Ein zielbasierter Agent nutzt Sensoren, um die Umgebung und den aktuellen Zustand einzuschätzen, ein Modell davon, wie sich die Welt entwickelt und was Aktionen bewirken, sowie Ziele. Er projiziert mögliche Handlungsfolgen in die Zukunft, vergleicht die erwarteten Zustände mit den Zielen und wählt daraus eine Aktion für die Aktuatoren. [4]
Intuition: Nicht bloß „nächste Straße nehmen“, sondern mehrere mögliche Routen gedanklich durchspielen und anhand des Ziels – etwa schnell am Strand anzukommen – auswählen.
Problem-Solving Agent und Problemformulierung
Problem-solving agents sind ergebnisorientiert: Sie konzentrieren sich darauf, ein Ziel zu erfüllen. Weil Probleme oft in menschlicher Sprache beschrieben sind, muss die Beschreibung für den Agenten umformuliert werden. Die Folien nennen als erste Schritte: Ziel formulieren und anschließend das Problem passend zu diesem Ziel formulieren. [5]
Das Vokabular eines Suchproblems
Zustand beschreibt eine mögliche Situation; der Zustandsraum umfasst die möglichen Situationen. Aktionen/Transitionen verbinden Zustände durch einzelne Schritte. Kosten unterscheiden Aktionen; häufig soll die Gesamtkostensumme bis zum Ziel minimiert werden. Ein Problem wird durch Zustandsraum und Startzustand, mögliche Aktionen, Zieltest und Kostenfunktion beschrieben. [6][7]
Problem = (Start/Zustandsraum, Aktionen, Zieltest, Kosten)
Beispiel: Staubsaugerwelt
Ein Zustandsraumdiagramm stellt zwei Räume, die Position des Staubsaugers und die Schmutzverteilung dar. Kanten mit Aktionen wie L, R oder S verbinden Situationen; manche Aktionen verändern den Zustand, andere können als Schleife zum selben Zustand zurückführen. Die erreichbaren Zustände und Übergänge ergeben gemeinsam den Zustandsgraphen. [8]
Pfad, Lösung und Optimallösung
Ein Zustandsraum ist die Menge der vom Start erreichbaren Zustände. Ein Pfad ist eine Folge von Zuständen, die durch Aktionen verbunden sind. Eine Lösung führt vom Start zu einem Zielzustand; eine optimale Lösung hat unter den Lösungen die geringsten Pfadkosten. [9]
Beispiel: schnell von Arad nach Bukarest
Startzustand ist Arad; Aktionen führen in benachbarte Städte; der Zieltest prüft, ob Bukarest erreicht ist. Kosten können etwa die zurückgelegte Strecke oder ein anderes Reisekriterium abbilden. Die Lösung ist die Reihenfolge der Städte beziehungsweise Aktionen, die zum Ziel führt. [10]